KAPITEL 35: BAKU
BAKU




Baku

Wir erreichen Baku und das Kaspische Meer. Urplötzlich taucht nach der sandigen Einöde die Kulisse der Stadt vor uns auf. Ein schönes und beschwingendes Gefühl – denn es bedeutet: Wir haben etwa die Hälfte der Strecke nach China hinter uns gelegt! Irgendwie verrückt. Wir sind tatsächlich mit dem Fahrrad hierher gefahren! Nachdem wir eine Weile durch dörflich anmutende Vorstädte fahren, wandeln sich die Häuser nach und nach in moderne Gebäude. Die Altstadt Bakus überrascht uns und weckt erstmals Gedanken an 1001 Nacht.


Im Dezember des Jahres 2000 wurde sie auf die Weltkulturliste der UNESCO gesetzt. Eine imposante Stadtmauer aus hellem Stein (Erbaut im 11. Jhd.) umgibt die Altstadt, in der man sich in engen, schattenspendenden Gassen wiederfindet, umgeben von historischen Bauwerken, uraltem Kopfsteinpflaster, belebten, orientalisch anmutenden Teehäusern, sowie wunderschönen kleinen Moscheen und zwei alten Karawansereien – alte Herbergen für durchziehende Händler mit typisch gewölbten Dächern und faszinierenden Innenhöfen. Im selben Jahr erschütterte ein verheerendes Erdbeben der Stärke 6,7 auf der Richterskala die aserbaidschanische Hauptstadt. Eine Folge war die Beschädigung mehrerer Gebäude der malerischen Altstadt, die darauf im Jahre 2003 vom Welterbekommitee auf die von der UNESCO geführte Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt wurde. Weitere Gründe für den nötigen Schutz der Altstadt waren auch die vermehrten Abrisse zahlreicher historischer Gebäude, die Niederlassungen von internationalen Unternehmen weichen mussten. Darauf sank die Zahl der Altstadtbewohner von etwa 5.000 auf ungefähr 3.200 ab.






Die Altstadt Bakus

Die Altstadt Bakus

Baku hat in den letzten Jahren einen rasanten Bauboom erlebt, finanziert durch Ölmilliarden. Hunderte neuer Hochhäuser und Immobilienpreise auf dem Niveau von London oder New York. Auch der “Crystal Hall” mussten für den Eurovision-Song-Contest blockweise Wohnhäuser weichen. Oppositionelle sagen, dass im letzten Jahr in Baku 20.000 Menschen ihre Wohnungen verloren haben.
Azadliq – “Freiheit“ heißt ironischerweise der Name des Hauptplatzes von Baku auf Deutsch. Augenscheinlichstes Bauwerk des Platzes ist das Regierungsgebäude, das sich in seiner Mitte erhebt. Der riesige Platz misst eine Fläche von etwa 17 ha und ist nach dem Platz des Himmlischen Friedens im chinesischen Bejing der größte der Erde.






Alte Häuser weichen modernen Architektenträumen...

Alte Häuser weichen modernen Architektenträumen...

Die Flame-Towers: Das neue Wahrzeichen der Stadt, thront hoch über den Köpfen der Altstadt. Die Fassade konnte noch rechtzeitig zum Eurovision Contest fertiggestellt werden, aber noch sind die Türme leer. Wir finden sie ziemlich beeindruckend!

Die Flame-Towers: Das neue Wahrzeichen der Stadt, thront hoch über den Köpfen der Altstadt. Die Fassade konnte noch rechtzeitig zum Eurovision Contest fertiggestellt werden, aber noch sind die Türme leer. Wir finden sie ziemlich beeindruckend!

Unterkunft 1: Caspian Hostel

Großstädte sind mittlerweile kein Problem mehr. Wir genießen die Staus, und schlängeln uns unter neidischen Blicken und hupenden Autos in Richtung Innenstadt.
Orkhan erwartet bereits unseren Anruf. Zehn Minuten später steht sein Vater vor uns. Er geleitet uns unter eingeschalteter Warnblinkanlage bis zur Altstadt, wo uns der Besitzer des Caspian Hostels persönlich abholt. Wir verabreden uns mit Orkhan für den Abend und verschwinden mit dem versoffenen, unmotivierten Hausherren im Labyrinth der Altstadt. Das Hostel befindet sich in einem winzigen Hinterhof, über unseren Köpfen schweben frisch gewaschene, weiße Bettlaken, die uns die Sicht in den Himmel verdecken. Wir bekommen unsere Betten in einem Keller-ähnlichen Mehrbettzimmer zugeteilt. Der Preis ist eine Frechheit, doch in Baku findet man wahrscheinlich nichts günstigeres. Ein netter, ruhiger Pakistani Anfang vierzig teilt sich das Zimmer mit uns. Die restlichen Betten stehen leer. Im Stockwerk darüber, dem eigentlichen Hostel, sind alle Betten belegt. Unter anderem wohnt dort auch seit einigen Tagen ein stiller, unscheinbarer Franzose. Er ist ebenfalls mit dem Rad unterwegs und möchte mit der Fähre nach Aktau übersetzen. Wir freuen uns schon darauf die kommende Wüstenetappe nicht alleine bewältigen zu müssen, doch erfahren dann, dass Yves noch auf sein Kasachstan-Visum warten muss. Schade, aber vielleicht holt er uns ja irgendwo noch ein…
(Fast beiläufig erwähnt er, dass er eigentlich mit dem Rucksack nach China laufen wollte. Nach nur einem Tag zu Fuß, stellte er jedoch fest, dass der Rucksack zu schwer für ihn ist. Kurzerhand entschloss er sich mit dem Taxi zum nächsten Decathlon zu fahren, um sich dort ein Fahrrad zu kaufen, um nun 7000 Km später in Baku zu stranden. Mit Jeans, Rucksack und Fahrrad. Die Franzosen sind verrückt!)


Das Caspian Hostel in Baku. Treffpunkt für alle Low-Budget-Reisenden...

Das Caspian Hostel in Baku. Treffpunkt für alle Low-Budget-Reisenden...




 

Tour de Baku

Pünktllich um 19.00 Uhr holt uns Orkhan ab. Mit schnellem Schritt und in Aserbaidschan-typischer Manier absolvieren wir die “Tour de Baku”: Anhalten – Foto – Weiter. In beißender Sonne eilen wir die Promenade entlang. Vorbei an rausgeputzten, dunkelhaarigen Schönheiten auf unglaublich hohen Highheels. Aus Schutz vor der Sonne verhüllte Frauen, welche den Müll aufsammeln und Männern die Literweise Wasser aus einem Tankwagen auf die Grünanlagen des Parks ausleeren, um diesen vor dem Vertrocknen zu bewahren. Bis wir schließlich am Hafen stehen: Lage checken! Doch wie wir bereits in unzähligen Fahrradblogs gelesen haben, existiert kein Fahrplan. Und so bleibt uns nichts Anderes übrig, als täglich der streng dreinschauenden, aber eigentlich recht netten Dame am Schalter einen Besuch abzustatten und geduldig auf die Fähre zu warten. Danach geht es vorbei an einem deutschen Bäcker, der seine Ware täglich frisch aus Frankfurt zum Aufbacken geliefert bekommt! Wir bekommen drei der hier unglaublich teuren Brötchen geschenkt, als unser Inkognito-Besuch auffliegt und wir als Deutsche entlarvt werden!


Shopping Mall in Baku

Shopping Mall in Baku

Mit zwei Millionen Einwohnern in der Stadtprovinz ist Baku die bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt des Landes und des gesamten Kaukasus. Durch die Lage innerhalb eines Erdölfördergebiets ist Baku der Knotenpunkt mehrerer Erdölleitungen und besitzt einen bedeutenden Erdölhafen. Baku kann aufgrund seiner günstigen Lage an mehreren historischen Handelswegen auf eine reiche Stadtgeschichte zurückblicken.

Mit zwei Millionen Einwohnern in der Stadtprovinz ist Baku die bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt des Landes und des gesamten Kaukasus. Durch die Lage innerhalb eines Erdölfördergebiets ist Baku der Knotenpunkt mehrerer Erdölleitungen und besitzt einen bedeutenden Erdölhafen. Baku kann aufgrund seiner günstigen Lage an mehreren historischen Handelswegen auf eine reiche Stadtgeschichte zurückblicken.

Sehen und gesehen werden auf der Promenade, welche sich zwischen der Stadt und des Kaspischen Meeres entlangzieht...

Sehen und gesehen werden auf der Promenade, welche sich zwischen der Stadt und des Kaspischen Meeres entlangzieht...

Etwas hinter unserem Zeitplan fahrend, sehen wir in Baku nur noch die Überbleibsel des Eurovision Song Contest. Vielleicht besser so, da die Stadt angeblich gnadenlos überfüllt war und auch die Preise in unermessliche Höhen gestiegen sind.

Etwas hinter unserem Zeitplan fahrend, sehen wir in Baku nur noch die Überbleibsel des Eurovision Song Contest. Vielleicht besser so, da die Stadt angeblich gnadenlos überfüllt war und auch die Preise in unermessliche Höhen gestiegen sind.

Modernes Baku entlang der Fußgängerzone...

Modernes Baku entlang der Fußgängerzone...

Gemeinsames Pizza-Essen...

Gemeinsames Pizza-Essen...

Unterkunft 2: Couchsurfing

Da wir nicht wissen, wie lange wir noch auf die Fähre warten müssen, entschliessen wir uns umzuziehen. Über Couchsurfing haben wir eine Unterkunft gefunden. In der WG in einem wunderschönen alten Stadtteil Bakus, mit vielen kleinen Gassen, schiefen Balkonen und zerbrökelnden Hauswänden. Die Wohnung hat schon einige Reisende beheimatet, denn unsere Gastgeberin tut dies mit Leib und Seele und reist selbst sehr gerne. Wir kochen, essen, feiern zusammen und quatschen und tratschen in Deutsch und Englisch. Zwischenzeitlich gastieren hier auch zwei Schweizer und zwei Engländerinnen, die dann aber für einen Trekking-Trip in die aserbaidschanischen Berge aufbrechen – getarnt als Ehepaare, falls die Leute nachfragen sollten. Lustig, da sich die vier erst seit ein paar Stunden kennen. Aber so scheinen nicht nur wir gelegentlich dem Eheschwindel zu verfallen… Wir fühlen uns pudelwohl und genießen die Zeit im prunkvollen Baku, auch wenn dessen prächtige Fassade über gewisse “Mängel” hinweg zu täuschen versucht.
DANKE FÜR DIE TOLLE UNTERKUNFT und deine herzliche, offene Art! Viel Spass bei deinem Studium! Wir sehen uns dann in Deutschland :)


Wir ziehen um und bekommen nun den alten Teil Bakus zu Gesicht...

Wir ziehen um und bekommen nun den alten Teil Bakus zu Gesicht...

Absatteln und Gepäck inklusive Räder ins Dachgeschoss befördern...

Absatteln und Gepäck inklusive Räder ins Dachgeschoss befördern...

Ausruhen. Warten auf die Fähre nach Aktau...

Ausruhen. Warten auf die Fähre nach Aktau...

Aufgaben finden sich genug, um die Wartezeit zu überbrücken: Webseite updaten, Mails beantworten, Berichte schreiben und die Fahrräder wieder in Schuss bringen. Nach rund 5.000 gefahrenen Kilometern wird es Zeit für einen ersten Ölwechsel unserer Rohloff

Aufgaben finden sich genug, um die Wartezeit zu überbrücken: Webseite updaten, Mails beantworten, Berichte schreiben und die Fahrräder wieder in Schuss bringen. Nach rund 5.000 gefahrenen Kilometern wird es Zeit für einen ersten Ölwechsel unserer Rohloff

Nacht(s)leben

Wenn die Sonne über Baku verschwindet, verschwinden damit noch lange nicht die Menschen. Denn nun fallen die Temperaturen auf angenehme 24°C. Die Promenade füllt sich mit Groß und Klein. Die Restaurants mit Dick und Dünn. Die Pubs mit Voll und Voller! Das erste Mal seitdem wir unterwegs sind, betreten auch wir endlich mal wieder eine Bar mit Live-Musik. Und trotz unserer verdreckten Füsse in Outdoor-Sandalen und braunen Shorts im Partnerlook genießen wir den Abend mit unseren neuen Freunden Vusa und Sascha (welcher ebenfalls zu Gast in der WG ist). Als die türkische Sängerin das Top auszieht und nur noch im Bikini auf der Bühne steht, flüsstert Sascha mir zu, dass es so etwas vor drei Jahren – bei seinem letzten Besuch – noch nicht gegeben hat. Kurz darauf betritt ein aufgebrachter Polizist die Bar, und ich denke: Das wird es wohl auch heute nicht geben. Doch der Polizist scheint nur eine Angelegenheit in privater Sache klären zu wollen. À propos private Sache: Interessant sind auch die Damen zu beobachten, welche schnell als Prostituierte einzuordnen sind. Zielstrebig suchen sie sich betrunkene Herren aus dem tanzenden Volk und verschwinden mit ihnen in einer der nächtlichen Gassen Bakus…


Mit zwei weiteren Reiseradlern aus Deutschland, Sascha, Vusa und den Schweizern sitzen wir in netter Runde im Araz Cafe - inzwischen schon fast abendliche Routine.

Mit zwei weiteren Reiseradlern aus Deutschland, Sascha, Vusa und den Schweizern sitzen wir in netter Runde im Araz Cafe - inzwischen schon fast abendliche Routine.








Der Sänger - welcher auf den ersten Blick unscheinbar und ruhig wirkt - hat eine ziemlich laute Stimme und gibt auch körperlich Alles!

Der Sänger - welcher auf den ersten Blick unscheinbar und ruhig wirkt - hat eine ziemlich laute Stimme und gibt auch körperlich Alles!

Nächtliche Strassenpolieraktion...

Nächtliche Strassenpolieraktion...

Ob morgen wohl eine Fähre auslaufen wird?

Ob morgen wohl eine Fähre auslaufen wird?

KAPITEL 34: Sandiger Vorgeschmack
WÜSTE

Nachdem uns Aserbaidschan zuerst mit einer genauso grünen Landschaft begrüßte wie Georgien, lichten sich nun die Bäume auf dem Weg in Richtung Baku...

Nachdem uns Aserbaidschan zuerst mit einer genauso grünen Landschaft begrüßte wie Georgien, lichten sich nun die Bäume auf dem Weg in Richtung Baku...





Großbaustelle Aserbaidschan

Es sind zwei Dinge, die unser Bild von Aserbaidschan prägen: Die überall währende Präsens von Staatsgründer Hejdar Alijew, dessen Zitate und Bilder uns in verbleichten Farben übergroß begegnen. Und der Eindruck, dass das Aserbaidschan, wie es im Moment noch besteht, komplett renoviert wird. Alte Häuser werden abgerissen und im überall gleichen Baustil neu aufgebaut: Sandsteinfarbenes Mauerwerk, viereckiger Grundriss, grüne Zelt- und Walmdächer.



Aserbaidschan befindet sich im Renovierungszustand...

Aserbaidschan befindet sich im Renovierungszustand...


Vor uns liegen rund 50 Km Niemandsland...

Vor uns liegen rund 50 Km Niemandsland...










Kein einziger schattenspendender Baum! Zum Glück ist es heute etwas bewölkt und uns pustet ein leichter Wind entgegen, so dass die rund 30 Grad nahezu erträglich sind.

Kein einziger schattenspendender Baum! Zum Glück ist es heute etwas bewölkt und uns pustet ein leichter Wind entgegen, so dass die rund 30 Grad nahezu erträglich sind.


Fata Morgana?

Fata Morgana?


Einsam sind wir hier auf jeden Fall nicht...

Einsam sind wir hier auf jeden Fall nicht...


Ein mitfühlender Autofahrer drückt uns eine eiskalte Dose Red Bull in die Hand: "Damit ihr nach Baku fliegen könnt!" Mit dem Fliegen hat es zwar nicht ganz geklappt, aber es war eine wohltuende Erfrischung. Danke!

Ein mitfühlender Autofahrer drückt uns eine eiskalte Dose Red Bull in die Hand: "Damit ihr nach Baku fliegen könnt!" Mit dem Fliegen hat es zwar nicht ganz geklappt, aber es war eine wohltuende Erfrischung. Danke!










Lust auf eine kühle Limo?

Lust auf eine kühle Limo?


Noch 40 Km...

Noch 40 Km...


Bäume in Sicht!

Bäume in Sicht!














Die Straße erscheint uns unendlich, als hinter dem nächsten und letzten Hügel plötzlich Baku und das Kaspische Meer auftauchen... Fortsetzung folgt!

Die Straße erscheint uns unendlich, als hinter dem nächsten und letzten Hügel plötzlich Baku und das Kaspische Meer auftauchen... Fortsetzung folgt!

KAPITEL 33: Aserbaidschan
NORD-WEST AZE





Sie begegnen uns in Aserbaidschan überall: Breite, fast trockene Flussbetten. Im Frühjahr, wenn der Schnee im großen Kaukasus schmilzt, entwickeln sie sich zu reißenden Flüssen.

Sie begegnen uns in Aserbaidschan überall: Breite, fast trockene Flussbetten. Im Frühjahr, wenn der Schnee im großen Kaukasus schmilzt, entwickeln sie sich zu reißenden Flüssen.


Durch ein starkes Erdbeben wurde die Brücke beinahe zerstörrt. Eigentlich ist das Befahren nicht möglich...

Durch ein starkes Erdbeben wurde die Brücke beinahe zerstörrt. Eigentlich ist das Befahren nicht möglich...


...doch die netten Bauarbeiter machen eine Ausnahme.

...doch die netten Bauarbeiter machen eine Ausnahme.


Zum Glück, denn sonst hätten wir uns unseren Weg durch den Fluss suchen müssen!

Zum Glück, denn sonst hätten wir uns unseren Weg durch den Fluss suchen müssen!


Fährt man nicht die Hauptstrasse besteht auch in Aserbaidschan der Untergrund meist aus grobsteinigem Schotter

Fährt man nicht die Hauptstrasse besteht auch in Aserbaidschan der Untergrund meist aus grobsteinigem Schotter

Erst mal Stress mit ´nem Bullen…

Entgegen aller “Warnungen” begegnen uns die azerbaidschanischen Beamten freundlich und fair. Oft wurde uns erzählt, sie seien korrupt und als Tourist müsse man sich auf einige nervige Passkontrollen einstellen. An der Grenze werden wir allerdings sehr zuvorkommend behandelt, an den vielen wartenden Autos vorbeigelotst und auf der Strasse von Polizeiwagen freundlich hupend begrüßt. Doch ein Bulle hat es auf uns abgesehen…



Angriff! Timm ist schon in Gedanken auf die Mauer neben sich gesprungen, als ihm zum Glück ein Auto zu Hilfe kommt.

Angriff! Timm ist schon in Gedanken auf die Mauer neben sich gesprungen, als ihm zum Glück ein Auto zu Hilfe kommt.


Rund um Zaqatala sind alle Fassaden und Mauern in lustigen schwarz-weiß Mustern gehalten...

Rund um Zaqatala sind alle Fassaden und Mauern in lustigen schwarz-weiß Mustern gehalten...


Sonnenuntergang mit Blick über den Markt von Zaqatala.

Sonnenuntergang mit Blick über den Markt von Zaqatala.


Aber auch nette Tiere begegnen uns, so wie diese drei kleinen Katzenbabys, die gierig unsere Milch schlürfen und uns am liebsten gar nicht mehr gehen lassen möchten. Doch wir müssen das erweichende Maunzen ignorieren und unseren Weg weiter fort setzten... schnief

Aber auch nette Tiere begegnen uns, so wie diese drei kleinen Katzenbabys, die gierig unsere Milch schlürfen und uns am liebsten gar nicht mehr gehen lassen möchten. Doch wir müssen das erweichende Maunzen ignorieren und unseren Weg weiter fort setzten... schnief






Am Morgen hält sich die Sonne noch hinter dichten Nebelschleiern versteckt

Am Morgen hält sich die Sonne noch hinter dichten Nebelschleiern versteckt





Erste Kontakte

Wider Erwarten begegnen uns die Menschen in Aserbaidschan sehr freundlich. In vielen Reiseforen und über andere Reisende hatten wir meist eher negative Berichte erhalten. Doch fast alle Autofahrer winken und hupen und in ihren Gesichtern erkennen wir ehrliche Begeisterung. Oft wird sogar angehalten und um ein Foto mit uns gebeten! Einzig die Sprache wird in Aserbaidschan erstmals zum “Problem”. Russisch dient neben der Landesprache zur übernationalen Verständigung und oft schütteln die Leute ungläubig den Kopf, wenn die Frage ob wir “russkii?” sprechen beneinen müssen. “Wie kann man denn durch Aserbaidschan reisen ohne Russisch zu sprechen!?” – Es geht! Es ging auch in allen anderen Ländern! Doch anscheinend fällt es den Menschen hier besonders schwer – sei es aufgrund von Unverständnis oder mangelnder Reiseerfahrung – auf andere Verständigungsmethoden umzuschwenken. Lieber wird in fünfminütigen Dauervorträgen in einer Mischung aus Aserbaidschanisch und Russisch auf uns eingeredet. Wir bemühen uns, es schnellstmöglich zu lernen!
In Qax ([Gach]) versuchen wir unser Glück, einen Schlafplatz zu finden, bei einer Bauernfamilie. Wir sind etwas irritiert, als uns der Vater immer wieder vor die Füsse spuckt. Dass dies aber am Kautabak liegt und nicht an seiner Abneigung uns gegenüber, merken wir schnell, als wir mit Tee und Bonbons zum Abendessen überrascht werden. Auf der Wiese die zu ihrem Grundstück gehört, dürfen wir das Zelt aufbauen. Mutter mit Tochter leisten uns für den Rest des Abends, wenn auch still schweigend, Gesellschaft. Auch eine schöne Art der Kommunikation.



Dürfen wir hier Zelten?

Dürfen wir hier Zelten?






Auf Wiedersehen!

Auf Wiedersehen!

Ein Franzose auf Reisen

Nachdem wir eine Nacht mal wieder auf dem Grundstück eines Restaurants verbracht haben (mit Toilette und kühler Quelle) erfahren wir von dem Wirt, dass erst gestern ein Franzose zu Fuß vorbeigekommen sei. Unsere Neugier ist geweckt und so fahren wir wachsamer als sonst auf den nächsten 40 Kilometern, denn weiter dürfte der Wandersmann zu Fuß seit gestern nicht gekommen sein. Und tatsächlich entdecken wir kurz darauf einen riesigen Rucksack, der von zwei Beinen getragen wird. Timm begrüßt den Mann mit “Benoit?” woraufhin sich dieser verduzt umdreht. Ja, die Welt ist klein, selbst wenn man zu Fuß unterwegs ist. Von Italien nach China möchte er. Sein zweites paar Schuhe ist nach 6 Monaten Nomadenleben auch schon wieder bereit ersetzt zu werden. Wir beneiden ihn nicht, aber bewundern ihn um so mehr. Bon Voyage, Benoit!







Benoits Wanderstock ist übersäht mit Unterschriften seiner Bekanntschaften und dient ihm mittlerweile zur Abwehr von Hunden, nachdem er einmal unvorsichtig war und ihm ein Hund in die Wade gebissen hat.

Benoits Wanderstock ist übersäht mit Unterschriften seiner Bekanntschaften und dient ihm mittlerweile zur Abwehr von Hunden, nachdem er einmal unvorsichtig war und ihm ein Hund in die Wade gebissen hat.


Rast

Rast

So nicht!

Da wir es inzwischen als ziemlich anstrengend empfinden, in Städten immer von Menschentrauben umlagert zu werden und ständig die immergleichen Fragen zu beantworten, wählen wir die neugebaute Umgehungsstrasse um die Stadt Qaebaelae herum. Diese zieht sich schweißtreibend bei Temperaturen zwischen 30 und 40 Grad Celsius und praller Sonne einen Berg hinauf. Der Geruch von heißem Teer klebt in unseren Nasen. Eine kühle Quelle wartet belohnend am höchsten Punkt auf uns. Doch wir können uns der Stadt und ihren Menschen nicht entziehen, und so bildet sich auch hier schon nach kurzer Zeit eine Ansammlung um uns und die Räder. “Otkuda?” (“Woher?” auf russisch) tönt es von allen Seiten. Und weil wir uns wie bei einer Pressekonferenz vorkommen, bei der man unzählige Mikrofone entgegengestreckt bekommt, konzentrieren wir uns auf eine Person, beantworten brav die Fragen und die Anderen dürfen ihre Mikrofone dazuhalten. Orkhan sticht aus der Gruppe hervor. Er spricht perfektes Englisch und dient seinem Vater als Übersetzer, welcher sehr interessiert an uns ist und seinen Sohn drängt, immer neue Fragen zu stellen. Da der Tag sich schon dem Abend neigt und wir eigentlich nur noch ein bisschen aus der Stadt fahren wollten, um einen Schlafplatz zu suchen, kommt die Einladung der Familie bei ihnen zu Übernachten gerade recht. Kurzerhand sagen wir ja und folgen dem weißen Geländewagen. Ich frage mich, ob dies wirklich eine gute Entscheidung war, denn wir rollen den kompletten, gerade erst hart erarbeiteten Berg wieder hinunter. Auch Timm signalisiert mir über seinen Rückspiegel, dass er gerade den gleichen Gedanken hat. Doch wir werden unglaublich freundlich empfangen, bekommen ein eigenes Zimmer zugeteilt und essen zusammen mit der Familie ein leckeres Abendessen.



Das Sommerhaus. Normalerweise wohnt die Familie in der Hauptstadt Baku.

Das Sommerhaus. Normalerweise wohnt die Familie in der Hauptstadt Baku.

Verlängerung

Eigentlich wollten wir uns am Morgen wieder auf den Weg machen. Doch die Familie besteht darauf, uns nicht gehen zu lassen, bevor sie mit uns ein kleines Touristen-Sightseeing-Programm unternommen hat. Und warum wir nicht noch eine Nacht länger bleiben? Ja, warum nicht. Schließlich ist es eine gute Möglichkeit das Land und die Leute besser kennenzulernen. So steigen wir anstatt auf unsere Räder, in den weißen Geländewagen und begeben uns erwartungsvoll mit Orkhan und seinem Bruder Serkhan auf eine Privattour durch Qaebaelae. Was hat der Ort wohl “zu bieten”? Die Lage ist traumhaft, inmitten der gigantischen Kulisse des Kaukasus gelegen. Doch das Thema Natur hat hier einen nicht allzu großen Stellenwert. Wie gesagt, sie dient als Kulisse. Wer hier Wanderrouten sucht, wird nicht fündig werden. Vielmehr erwarten uns Restaurants, 5-Sterne-Hotels und ein Freizeitpark mit Schwimmbad und Eissporthalle! Mal ein etwas anderes Programm, dass uns wieder einmal zeigt das Prestigedenken in Aserbaidschan gegenüber den Natursensationen des Landes Vorrang hat, aber dennoch eine unterhaltsame Abwechslung ist. So weckt das Go-Kart fahren in Timm das Kind im Manne…



Naturerlebniss in Aserbaidschan

Naturerlebniss in Aserbaidschan


Welcome to Qaebaeland!

Welcome to Qaebaeland!


Go-Kart. Endlich mal einen Motor unterm Hintern!

Go-Kart. Endlich mal einen Motor unterm Hintern!


Zzzzzzzzzzooooooooooouuuuumm!

Zzzzzzzzzzooooooooooouuuuumm!


ZZzzzzzzzooouuuuum!

ZZzzzzzzzooouuuuum!


Danke euch beiden für den netten Tag, eure Mühe und den mal etwas anderen Einblick in das Leben in Aserbaidschan!

Danke euch beiden für den netten Tag, eure Mühe und den mal etwas anderen Einblick in das Leben in Aserbaidschan!

Kebab

Es mag uns Deutschen etwas ungewöhnlich erscheinen, dass im Kofferraum des Geländewagens ein beinahe komplettes Schaf liegt. Hier ist das Normalität. Sie hängen vor kleinen “Schlachthäusern” überall entlang der Strassen. Ich darf bei der Zerrlegung in Mundgerechte Stücke helfen. Eine neue Erfahrung, wenn man sein Fleisch sonst nur abgepackt aus dem Supermarkt Regal serviert bekommt. Doch es ist sehr lehrreich, denn Orkhans Vater ist gelernter Veterinär und erklärt zugleich, wie sich der Körper zusammensetzt.
Heute Abend kommt Besuch! Eine befreundete Familie aus Baku kommt vorbei und der Tisch füllt sich nach und nach mit einer Menge Leckereien. Obwohl die Unterhaltungen an diesem Abend meist in einer für uns leider unverständlichen Sprache statt finden, bekommen wir doch mit, dass wir und unsere Reise immer mal wieder Gesprächsthema sind.
Am nächsten Morgen brechen wir dann wirklich auf, mit der Vereinbarung eines Wiedersehens in Baku. Gerne!



Heute gibts Kebab!

Heute gibts Kebab!


Lorena assistiert bei den Vorbereitungen. Der Mann ist gelernter Veterinär und weiß genau, was er tut! Hoffe ich zumindest!

Lorena assistiert bei den Vorbereitungen. Der Mann ist gelernter Veterinär und weiß genau, was er tut! Hoffe ich zumindest!


Doch lieber Vegetarier werden?

Doch lieber Vegetarier werden?






Hmmm...

Hmmm...









Sturmflut

Tagesziel war es den vorletzten großen Berg vor Baku zu bezwingen. Die letzten Meter werden jedoch, von der Hitze völlig erschöpft, geschoben. Und so sind wir froh, als wir uns am höchsten Punkt direkt auf einer leicht abschüssigen Wiese neben einem Restaurant niederlassen dürfen. Der große Hirtenhund, der mehr einem Kalb ähnelt, zeigt schwanzwedelnd, dass er doch eher ein Teddy zum Knuddeln ist. Wir können erkennen, dass auf der Wiese bereits kurz zuvor ein Zelt gestanden haben muss. Wir stellen unseres aber nicht direkt an der selben Stelle auf, sondern etwas versetzt, geschützt unter einem kleinen Baum. Wie sich herausstellt, war das die richtige Entscheidung. Nur eine Stunde später fängt es heftig an zu Gewittern. Es regnet wie aus Eimern. Und die Wiese verwandelt sich zu einem Bach, dessen stärkste Strömung an der Stelle des Vorgänger-Zeltes herunterfließt. Glück im Unglück. Denn auch unter unserem Zelt fließt die braune Brühe unaufhaltsam Richtung Tal. Nur mit Mühe und einigen Niederlagen, gelingt es uns schließlich die Bodenplane an den Seiten des Innenzeltes so hochzuhalten, dass wir uns wie auf einem fliegenden Teppich fühlen. Nur, dass der Teppich, bedingt durch 140 Tage Reiseerfahrung, eine mittlerweile doch etwas löchrige Plastikplane ist, und wir nicht fliegen sondern schwimmen, wie auf einem Wasserbett. Das wird eine lange Nacht!



Der gutmütige Riese begutachtet skeptisch unseren Kocher...

Der gutmütige Riese begutachtet skeptisch unseren Kocher...


Land unter!

Land unter!






Die letzte Nacht hat deutliche Spuren hinterlassen...

Die letzte Nacht hat deutliche Spuren hinterlassen...


Knuddeln zum Abschied.

Knuddeln zum Abschied.


Nicht nur auf der Wiese sondern auch bei uns! Bis wir das Zelt und alles andere vom Schlamm befreit haben ist es bereits zwölf Uhr! Die Sonne scheint mit aller Energie und vor uns liegt ein endlos erscheinender Berg ohne Schatten. Da kommt uns der Kleintransporter gerade recht...

Nicht nur auf der Wiese sondern auch bei uns! Bis wir das Zelt und alles andere vom Schlamm befreit haben ist es bereits zwölf Uhr! Die Sonne scheint mit aller Energie und vor uns liegt ein endlos erscheinender Berg ohne Schatten. Da kommt uns der Kleintransporter gerade recht...


Für zehn Kilometer legen wir die Beine hoch und genießen die Aussicht...

Für zehn Kilometer legen wir die Beine hoch und genießen die Aussicht...

KAPITEL 32: Tbilisi und Sighnaghi
TBILISI & SIGHNAGHI

Ankunft in Tbilisi

Ankunft in Tbilisi

Bonney Hostel – Treffen der Nationalitäten

Die Tage in Tbilisi verbringen wir in einem wirklich zu empfehlenden Hostel. Die Dame, die uns überfreundlich empfängt, spricht perfektes Englisch und zeigt uns wo wir alles finden, so dass wir uns direkt wohl fühlen. Da alle Privaträume belegt sind – und uns nicht nach Mehrbettzimmer ist, da wir mal etwas Ruhe und Privatsphäre brauchen – bietet man uns an, in der angrenzenden Wohnung unterzukommen. Sie gehört zwei etwa 70-jährigen Schwestern, die eines ihrer Zimmer für Gäste vermieten. Die Beiden erscheinen uns wie die Schwiegermutter aus einem Film, von der man nicht genau weiß, welche Rolle sie spielt. Sie sind überfreundlich, es werden Kekse und Tee serviert, der Müll herunter getragen. Die Fenster geöffnet, wenn es warm ist. Die Fenster geschlossen, wenn es regnet. Dennoch beäugen sie kontrollierend jeden unserer Handgriffe. Jede Gelegenheit wird genutzt, das Zimmer zu betreten. Wir können uns gut vorstellen, dass sobald wir die Türe hinter uns schließen, heimlich durch das Schlüsselloch gelunst wird.
In dem angrenzenden Hostel mit Wohnzimmer-Atmosphäre treffen sich die verschiedensten Menschen aus den verschiedensten Nationen: Schweitzer, Deutsche, Finnen, ein Iraner… Es tut gut, wieder einmal unter gleichaltrigen Leuten zu sein. Die schrägen Charaktere könnten unterschiedlicher nicht sein und entsprechen oft den Klischees ihres Landes, welche ausgiebig unter Lachen und mit Bier parodiert werden.






Treppenfahren...

Treppenfahren...


 

Sightseeing in Tblisi

 


Mit der Gondel geht es am frühen Abend zum Aussichtspunkt hoch über der Altstadt.

Mit der Gondel geht es am frühen Abend zum Aussichtspunkt hoch über der Altstadt.












Blick über die Stadt und auf den Fluss Kura.

Blick über die Stadt und auf den Fluss Kura.








Inmitten der Altstadt befinden sich heisse Quellen. Wer möchte bekommt für 10 Euro Hamam und Massage!

Inmitten der Altstadt befinden sich heisse Quellen. Wer möchte bekommt für 10 Euro Hamam und Massage!

 

Bei Nacht erstrahlt die frisch renovierte Altstadt in vollem Glanz. Man hofft darauf, dass dieser Ort bald in die Liste der UNESCO aufgenommen wird.

Bei Nacht erstrahlt die frisch renovierte Altstadt in vollem Glanz. Man hofft darauf, dass dieser Ort bald in die Liste der UNESCO aufgenommen wird.

 

Metro fahren gehört in jeder Stadt zu unserem Pflichtprogramm und ist immer wieder spannend...

Metro fahren gehört in jeder Stadt zu unserem Pflichtprogramm und ist immer wieder spannend...

Eine Nacht bei der Polizei

Da wir wie immer mal wieder ein Menge zu schreiben haben, können wir uns kaum vom Computer lösen, so dass wir das Bonney Hostel erst spät am Nachmittag verlassen. Der Plan: Raus aus der Stadt! Tbilisi ist eine Stadt von der man behaupten kann, dass sie nun absolut nicht für Radfahrer gemacht ist! Die Verkehrsführung ist eine Katastrophe. Ständig stehen wir vor einer vierspurigen Strasse und wissen nicht, wie es möglich sein soll, sie zu überqueren! Ampeln? Fehlanzeige. Im Sonnenuntergang lassen wir dann endlich das vielbevölkerte Stadtgebiet hinter uns und entdecken schließlich eine kleine Polizeistation mit eingezäunter Grünfläche. Kurzerhand fragen wir unseren Freund und Helfer, ob es möglich wäre für diese Nacht sozusagen polizeilichen “Schlafschutz” zu erhalten. Wer die letzten Kapitel verfolgt hat, weiß dass wir mit der georgischen Polizei bisher eher sonderbare Erfahrungen gemacht haben. Doch jeder hat eine zweite Chance verdient! Die Männer begutachten uns erst skeptisch, bis schließlich einer mit einem großen Spaten neben uns steht, um den Untergrund von Steinen zu befreien. Als unser “Haus” steht, krabbelt ein neugieriger Beamter sogar hinein, und besichtigt auf allen Vieren kriechend unsere vier Wände. Wir bekommen Kaffee und unterhalten uns mit einem jungen Beamten, der sehr interessiert ist an unserer Reise – diesmal wohl wirklich aus rein privaten Gründen. “Wodka?”, fragt uns Einer. Doch da uns die Kombination aus Wodka und Polizei nicht als die Beste erscheint und wir damit schon so unsere Erfahrungen gemacht haben, lehnen wir dankend ab und verkriechen uns in unser Zelt. Das Fotografieren wurde uns auf dem Polizeigelände untersagt. Woran wir uns auch hielten, denn wir wollen unsere neuen Freunde ja nicht verärgern!










Ein unbekanntes Fahrobjekt

Sonderbar erscheint uns das, was sich da vor uns auf der Strasse bewegt. Ein Fahrrad, ein Mann, aber was ist da an dem Rad angebracht? Wäre es ein Radreisender, hätte er wirklich ein Menge Gepäck dabei! Beim Näherkommen lösen wir das Rätsel: Plastiktüten! Das Fahrrad ist über und über mit ihnen behangen. Der Inhalt: leere Plastikflaschen. Wer ist dieser merkwürdige Mann? Ein Obdachloser? Auf der einen Seite wirkt er sehr verwirrt, erklärt uns, dass er Flaschen sammelt und dann nach Tbilisi fährt um sie dort zu verkaufen. Rund 100 Km von hier. Er spricht Deutsch und einige andere Sprachen, welche er sich aus Interesse selbst angelernt hat. So wirkt er ein wenig enttäuscht, als wir die Einladung, ihn zu seinem Haus begleiten, ausschlagen. Er hätte gerne seine Sprachkenntnisse aufgefrischt. Wir verabschieden uns, da er am Strassenrand anhält, sagt, er müsse hier arbeiten, und damit beginnt den Inhalt der etlichen Plastiktüten in den Strassengraben zu befördern: “Hole ich später wieder ab!”


Vor uns entdecken wir ein unbekanntes Fahrobjekt...

Vor uns entdecken wir ein unbekanntes Fahrobjekt...

 

Kein Reiseradler! Aber mindestens genauso interessant...

Kein Reiseradler! Aber mindestens genauso interessant...

 

Timm trinkt einen Fruchtsaft.

Timm trinkt einen Fruchtsaft.

 

Welche Inhaltsstoffe darin enthalten sind können wir nicht herausfinden, aber die Familie auf dem Bild macht uns etwas skeptisch...

Welche Inhaltsstoffe darin enthalten sind können wir nicht herausfinden, aber die Familie auf dem Bild macht uns etwas skeptisch...




 

Sighnaghi

Auch wenn es uns mal wieder ein paar Höhenmeter mehr abfordert, legen wir einen kleinen Schlenker zu der Stadt Sighnaghi ein, welche auf einem Berg liegt und einen wunderbaren Blick auf den Großen Kaukasus ermöglicht – sofern keine Wolken vorhanden sind!


Sighnaghi war das erste kleine Städtchen, dass 2006/2007 einer kompletten Sanierung und Restaurierung unterzogen wurde, um sich für den Tourismus attaktiv zu gestalten und nun Vorbildfunktion für andere Ort in Georgien hat. Sehr gelungen, wie wir finden! Leider fühlen wir uns hier auch sehr als Touristen, da wir alle paar Meter angesprochen werden, ob wir nicht ein Hotel suchen!

Sighnaghi war das erste kleine Städtchen, dass 2006/2007 einer kompletten Sanierung und Restaurierung unterzogen wurde, um sich für den Tourismus attaktiv zu gestalten und nun Vorbildfunktion für andere Ort in Georgien hat. Sehr gelungen, wie wir finden! Leider fühlen wir uns hier auch sehr als Touristen, da wir alle paar Meter angesprochen werden, ob wir nicht ein Hotel suchen!

 

Beeindruckend ist auch die alte Stadtmauer, von der man einen fantastischen Ausblick auf den großen Kaukasus hat. Leider verstecken sich die auch im Sommer Schnee-bedeckten Gipfel hinter einer dichten, weißen Wolkendecke.

Beeindruckend ist auch die alte Stadtmauer, von der man einen fantastischen Ausblick auf den großen Kaukasus hat. Leider verstecken sich die auch im Sommer Schnee-bedeckten Gipfel hinter einer dichten, weißen Wolkendecke.








Nun geht es bergab in Richtung des Großen Kaukasus...

Nun geht es bergab in Richtung des Großen Kaukasus...




Hinter uns liegt nun Sighnaghi und vor uns der Große Kaukasus

Hinter uns liegt nun Sighnaghi und vor uns der Große Kaukasus




Sind wir hier am Amazonas?

Sind wir hier am Amazonas?

 

Die Berge rücken näher und somit auch die Grenze zu Aserbaidschan

Die Berge rücken näher und somit auch die Grenze zu Aserbaidschan

Übernachtung im Hühnerstall

Häuserfreie Zone? Die gibt es hier nicht. Entlang der Strasse, die zur Grenzstadt Lagodekhi führt, findet sich kein unbewohntes Fleckchen. Das bedeutet wir müssen heute Abend wohl mal wieder einen “Frager” machen (Ein “Frager”: ugs. das Fragen nach einem Campingplatz in dem Garten eines Anwesens). Eine Frau steht mit einem kleinen Kind auf dem Arm vor dem Tor ihres Hauses und lächelt uns freundlich winkend zu. Wir “schnappen” nach dem Haken und landen kurz darauf im “Hühnerstall”! Auf der kleinen Wiese, die uns als Zeltplatz dienen soll, tummeln sich etliche kleine Küken. Wir sind wieder einmal erstaunt, wie gastfreundlich die Georgier sind und dass keine Scheu oder Angst besteht zwei völlig Fremde im eigenen Garten übernachten zu lassen. Dennoch beobachtet uns die Familie eher schüchtern mit etwas Distanz, da eine Verständigung nur mit Händen und Füßen möglich ist. Erst als wir gemeinsam den Stall besichtigen und Timm sich beim Kuhmelken probiert ist das Eis gebrochen.


Ob wir hier wohl nach einem Schlafplatz fragen können?

Ob wir hier wohl nach einem Schlafplatz fragen können?

 

Unseren heutigen Schlafplatz finden wir im Garten einer netten Familie.

Unseren heutigen Schlafplatz finden wir im Garten einer netten Familie.

 

Im Hinterhof lebt ein kleiner Zoo aus Kühen, Schafen, Gänsen und einem aufmüpfigem Schwein.

Im Hinterhof lebt ein kleiner Zoo aus Kühen, Schafen, Gänsen und einem aufmüpfigem Schwein.




Abends werden die Kühe gemolken, um aus der Milch frischen Käse zu produzieren, den wir dann natürlich auch kosten dürfen. Immer da, wo was los ist: das Schwein!

Abends werden die Kühe gemolken, um aus der Milch frischen Käse zu produzieren, den wir dann natürlich auch kosten dürfen. Immer da, wo was los ist: das Schwein!

 

Timm darf auch mal ran, aber schafft es nicht dem prallen Euter die Milch zu entlocken...

Timm darf auch mal ran, aber schafft es nicht dem prallen Euter die Milch zu entlocken...




Im Regen geht es am nächsten Morgen weiter nach Lagodekhi, dem letzten georgischen Ort vor der Grenze zu Aserbaidschan

Im Regen geht es am nächsten Morgen weiter nach Lagodekhi, dem letzten georgischen Ort vor der Grenze zu Aserbaidschan

 

Letzte Meter auf georgischem Boden.

Letzte Meter auf georgischem Boden.

KAPITEL 31: 4-Wheel-Drive
TABATSKURI (GEO)

Eine Hauptverkehrsstrasse in Georgien...

Eine Hauptverkehrsstrasse in Georgien...

Geländegängigkeit

Die ist in Georgien wirklich gefragt, denn die Strassen sind – wenn man nicht gerade der stark befahrenen Hauptroute folgt – meistens schottrige Huppelpisten. Eine ständige Schicht aus Staub und Sonnencreme klebt an unserem Körper. Dennoch mögen wir die “Feldwege”, denn die Landschaft ist traumhaft, es ist ruhig und es rasen keine Möchtegern-Formel-1-Fahrer mit zweihundert Sachen an uns vorbei. (Wobei die Geschwindigkeit mancher Fahrzeuge bei dieser Strassenlage immer noch beachtlich ist!)



Auch die Zugstrecken schauen teilweise recht abenteuerlich aus...

Auch die Zugstrecken schauen teilweise recht abenteuerlich aus...









Kleiner Umweg

Auch wenn mein Körper energisch aufschreit: “Lass uns die Hauptstrasse fahren!”, entgegnen mir mein Kopf und Timm etwas Anderes. Statt des direkten Weges durch das georgische Tal, welches sich flach bleibend zwischen dem kleinen und großen Kaukasus nach Tbilisi zieht, möchten sie einen kleinen Schlenker durch den bergigen Süden einlegen. Das bedeutet in diesem Fall: Es geht in 2454 Metern über den Tabatskuri-Pass! Aber um Timm gerecht zu werden, gebe ich leidig nach. Ich habe meine Pferde bekommen, jetzt bekommt Timm auch seinen Berg. Allerdings schliessen wir einen Deal. Wir werden uns ab Borjomi (Höhe: ca. 700 m) per Anhalter zumindest bis zu dem populären Skiort Bakuriani mitnehmen lassen, so dass wir uns ab dort “nur noch” die letzten 800 Höhenmeter selbst erarbeiten müssen.



Wir wünschen uns Natur und Ruhe. Keine überfüllte Hauptstrasse...

Wir wünschen uns Natur und Ruhe. Keine überfüllte Hauptstrasse...

Doch die Strasse ist im Sommer wie ausgestorben. Kaum ein Auto wählt den Weg durch das gigantische Tal, welches sich zwischen zwei steilen Felswänden langsam in die Höhe windet. Die klapprigen, kleinen Autos, die uns passieren, sind nun wirklich nicht dafür ausgelegt zwei bepackte Räder samt unserer selbst in ihren Kofferraum zu laden.
Es wird spät. Keine Mitfahrgelgenheit. Keine Kraft mehr. Und noch kein Schlafplatz. Doch wir haben ja inzwischen etwas Übung. Kurze Umgebungsanalyse: Die Menschen hier machen einen sozialen, netten Eindruck ohne kriminelle Absichten. Passt. Das Haus rechts von uns liegt idyllisch auf einer großen Wiese. Kinder spielen davor. Passt. Und tatsächlich. Ein wahrer Glückstreffer! Die Familie stammt aus Tbilisi, verbringt hier ihre Ferien und der Sohn spricht gutes Englisch, so dass wir uns endlich wieder einmal etwas weitergehend verständigen können, als nur das inzwischen beinahe etwas mühsam gewordene: “Germany-China-Velo-15.000Km”. Dazu gibt es leckeres Khachapuri und den von Georgi selbstgemachten georgischen Wein. Wir schlummern in dieser Nacht wohlbehütet wie Babys…







Selbstgemachtes, warmes Khachapuri: Der Hefeteig für das Weißbrot muss zunächst aufgehen. Er wird anschließend ausgerollt, mit Käse, Eiern, saurer Sahne und Knoblauch sowie, je nach Variante, weiteren Zutaten gefüllt. Der gefüllte Teig wird auf einer vorgeheizten Bratpfanne unter geschlossenem Deckel gar gebacken und anschließend mit Butter bestrichen. Die georgische Küche kennt verschiedene Arten von Khachapuri, die meist abhängig von den Regionen des Landes sind.

Selbstgemachtes, warmes Khachapuri: Der Hefeteig für das Weißbrot muss zunächst aufgehen. Er wird anschließend ausgerollt, mit Käse, Eiern, saurer Sahne und Knoblauch sowie, je nach Variante, weiteren Zutaten gefüllt. Der gefüllte Teig wird auf einer vorgeheizten Bratpfanne unter geschlossenem Deckel gar gebacken und anschließend mit Butter bestrichen. Die georgische Küche kennt verschiedene Arten von Khachapuri, die meist abhängig von den Regionen des Landes sind.


Danke!

Danke!

Am nächsten Morgen wache ich allerdings mit einem enormen Schwindelgefühl auf. Wein oder Kreislauf? Auf jeden Fall habe ich das permanente Gefühl nach rechts umzufallen. Die Sonne, die an diesem Morgen schon ihre volle Betriebstemperatur erreicht hat, tut ihr Übriges. Prima, wir haben ja nur rund 2000 Höhenmeter vor uns! Die Hoffnung, dass uns Jemand per Anhalter ein paar Meter nach oben befördert, habe ich schon fast aufgegeben, als neben uns ein weißer Kleintransporter hält. “Danke danke danke”, rufe ich dem Mann entgegen und verstumme schnell wieder, als er damit beginnt, ein dickes Seil an seiner Anhänger-Kupplung festzubinden. Äh, will er uns etwa HOCHZIEHEN!? Dass das nicht unbedingt die sicherste Methode ist, einen Berg zu bezwingen, haben wir schon von anderen Radreisenden erfahren (Grüße an Martin und Nadine!). Der Sohn des Mannes sieht wahrscheinlich unseren verdatterten Gesichtern an, dass wir uns das etwas anders vorgestellt haben. Und so landen unsere Räder glücklicherweise dann doch IM Fahrzeug, welches sich daraufhin über etliche Serpentinen bis Bakuriani hinauf kämpft. Als wir einen kleinen geschotterten Weg erreichen, hat die Reise ein Ende. “Bitte aussteigen!” Der Junge zeigt in die Höhe und mein Blick folgt seinem Arm. “Dort oben ist der Pass!” Tatsächlich sehe ich in der Ferne und ziemlich weit oben einige Gipfel in den Himmel ragen. Das Auto fährt davon und wir stehen wie zwei ausgesetzte Hunde vor dem holperigen Feldweg. “Sollen wir wieder umdrehen?”, fragt Timm. Nix da. Zurück gibt es nicht. Die Entscheidung ist gefallen.



In der Ferne thront der Gipfel

In der Ferne thront der Gipfel


Die Baumgrenze ist erreicht.

Die Baumgrenze ist erreicht.






Meter für Meter arbeiten wir uns den schottrigen Weg hinauf in Richtung des Pass...

Meter für Meter arbeiten wir uns den schottrigen Weg hinauf in Richtung des Pass...


Und werden belohnt mit traumhaften Landschaftseindrücken!

Und werden belohnt mit traumhaften Landschaftseindrücken!


Vom Pass aus schauen wir glücklich auf den mühevoll erarbeiteten Weg zurück und sind gespannt, was sich auf der anderen Seite des Berges befinden wird...

Vom Pass aus schauen wir glücklich auf den mühevoll erarbeiteten Weg zurück und sind gespannt, was sich auf der anderen Seite des Berges befinden wird...

Eine andere Welt

Der Pass erscheint uns wie die Pforte in eine andere Welt – zumindest verglichen mit Rest-Georgien. Es weht ein unbändiger, starker Wind, so dass wir von Sommermontur zu unserer “Winter”-Ausrüstung wechseln. Nomaden begegnen uns, die hier im Sommer ihr Vieh hüten. Schaf-, Ziegen- und Kuhherden, die von Reitern zusammengetrieben werden. Hirten winken uns freundlich zu und pfeifen ihre riesigen Wachhunde zurück, die uns drohend anbellen. Frei lebende Pferde stehen stolz in dem satten Grün der endlos erscheinenden Hochebene und begutachten skeptisch und immer aus sicherer Entfernung die zwei – ihnen wohl sehr befremdlich erscheinenden – Fortbewegungsmittel, die des Weges entlangrollen.



Nur zur Erinnerung: Es ist Juni und eigentlich ziemlich heiß! Doch hier oben weht ein anderer Wind.

Nur zur Erinnerung: Es ist Juni und eigentlich ziemlich heiß! Doch hier oben weht ein anderer Wind.


Vor uns liegt eine traumhafte, weite Hochebene...

Vor uns liegt eine traumhafte, weite Hochebene...










Einsam liegt in 2200 Metern das Dorf Tabatskuri - unser Schlafplatz für heute Nacht?

Einsam liegt in 2200 Metern das Dorf Tabatskuri - unser Schlafplatz für heute Nacht?

Tabatskuri

Als wir das Dorf betreten, können wir uns leibhaftig vorstellen, wie es gewesen sein muss, im Mittelalter zu leben. Dreckige Rinnsale laufen durch die verwinkelten, matschigen Gassen. Hier und da huscht ein Huhn vor unseren Füßen vorbei. Briketts aus Kuhdung zum Heizen stappeln sich neben Sense und Harke. Einzig der Junge mit dem Mobiltelefon in der Hand und dem FC Barcelona-Shirt will nicht ganz in das Bild passen. Wir folgen ihm zum Fußballplatz, wo wir sofort in das Spiel eingebunden werden. Timm mit den großen Jungs. Ich spiele mit den Kleinen und den Mädchen “Abwerfen”. Zur Belohnung dürfen wir unser Zelt unter Belagerung einer Horde von Kindern und den skeptischen Blicken der Großen auf der Grünfläche aufschlagen.



In Ruhe Abendessen?

In Ruhe Abendessen?


Mehr oder weniger! Die Kinder beobachten gespannt jeden Handgriff und wir kommen uns vor wie ein kleiner Wanderzirkus...

Mehr oder weniger! Die Kinder beobachten gespannt jeden Handgriff und wir kommen uns vor wie ein kleiner Wanderzirkus...






6:00 Uhr! Los gehts! Aufwachen! Frühstücken! Rad fahren!

6:00 Uhr! Los gehts! Aufwachen! Frühstücken! Rad fahren!






Wir verlassen Tabatskuri und machen uns auf in Richtung Tbilisi. Müsste jetzt eigentlich die meiste Zeit bergab gehen...!?

Wir verlassen Tabatskuri und machen uns auf in Richtung Tbilisi. Müsste jetzt eigentlich die meiste Zeit bergab gehen...!?


Weite...

Weite...






Irgendwie sehe ich aus, wie bei einer Himalaya-Expedition...

Irgendwie sehe ich aus, wie bei einer Himalaya-Expedition...


Einzig Schafe kreuzen unseren Weg...

Einzig Schafe kreuzen unseren Weg...


Die Pferde halten sich lieber am Wegesrand auf...

Die Pferde halten sich lieber am Wegesrand auf...






Auch wenn es die meiste Zeit bergab oder geradeaus geht, ist ein schnelles Fahren kaum möglich. Ausbeulungen im Weg - sowohl in Form von Schlaglöchern nach unten und großen Steinen nach oben - erschweren uns das Vorankommen. Ganz abgesehen von dem Wind, der uns penetrant ins Gesicht bläst...

Auch wenn es die meiste Zeit bergab oder geradeaus geht, ist ein schnelles Fahren kaum möglich. Ausbeulungen im Weg - sowohl in Form von Schlaglöchern nach unten und großen Steinen nach oben - erschweren uns das Vorankommen. Ganz abgesehen von dem Wind, der uns penetrant ins Gesicht bläst...





Endspurt nach Tbilisi

Durch unseren kleinen Abstecher haben wir etwas Zeit verloren. Jetzt heißt es Gas geben, um mit unseren VISA-Fristen nicht zu sehr in Verzug zu kommen (außerdem spielt am Donnerstag Deutschland gegen Italien. In Tbilisi sollten wir irgendwo einen Fernseher auftreiben können!). Um Punkt Sieben überfahren wir die Startlinie. In einem ständigen Auf und Ab nähern wir uns unserem Tagesziel. Immer wieder hupendes Anfeuern auf der Strecke. Snickers, kühle Limonade und georgische Power-Kekse halten unseren Energiehaushalt hoch. Ein letzter Berg stellt sich uns noch in den Weg und die Sonne strahlt noch einmal mit voller Energie, bevor sie gleich am Horizont verschwinden wird. Und schließlich taucht nach einer langen, verkehrsreichen Abfahrt Tbilisi vor uns auf! 110 Kilometer! Neue Bestleistung. Der Plan ist eines der ersten Hotels in den Vororten der Stadt zu beziehen, um dem stressigen Großstadtgetummel nach dem ohnehin schon anstrengendem Tag zu entgehen. Aber wieder einmal fahren und fahren und fahren wir. Nicht ein einziges Hotel kreuzt unseren Weg. Erst in der Innenstadt werden wir fündig, doch ein Hilton, Marriot oder Radisson passt nicht in unser Budget. Letzendlich erinnern wir uns an die Empfehlung der radelnden Holländer, und suchen auf der anderen Seite der Stadt ein kleines aber feines Hostel auf: “Bonney’s”.







In unserer Karte ist auch eine Zugstrecke in Richtung Tbilisi eingezeichnet. Ob das diese ist? Mit dem Fahrrad sind wir wohl schneller...

In unserer Karte ist auch eine Zugstrecke in Richtung Tbilisi eingezeichnet. Ob das diese ist? Mit dem Fahrrad sind wir wohl schneller...


Endlich! Eine Strecke zum Gas geben! Tbilisi wir kommen!

Endlich! Eine Strecke zum Gas geben! Tbilisi wir kommen!






Es geht runter!

Es geht runter!


Und auch wieder hoch...

Und auch wieder hoch...


Endlich! Tbilisi zeigt sich bei tiefstehender Sonne von seiner schönsten Seite!

Endlich! Tbilisi zeigt sich bei tiefstehender Sonne von seiner schönsten Seite!